Schönebecker Volleyballerinnen des SVP sichern sich Silber bei Deutscher U14w-Meisterschaft

Was mit einer Idee vor mehr als einem Jahr begann, mündete am vergangenen Wochenende in einer Silbermedaille bei der Deutschen Volleyball-Meisterschaft der Altersklasse U14w für den SV Pädagogik Schönebeck, der mit den Dessau Volleys in Kooperation antrat. Im Endspiel musste sich das Team dem Bundesstützpunkt aus Schwerin mit 1:2 (14, -17, -6) geschlagen geben. Es war die erste Medaille seit 2014 für den Landesverband. „Wir haben hier Geschichte geschrieben“, sagte das Trainerteam um Ingo Häntschel und Stephan Pingel.
Dabei war der Start in das Turnier alles andere als glücklich. Gegen den gastgebenden ASV Dachau, der in den beiden vorherigen Jahren den Deutschen Meister gestellt hatte, unterlagen die Dessauer mit 0:2 (-17, -20). „Da haben wir gar nicht reingefunden“, konstatierte auch Pingel. Doch dies schien ein echter „Hallo-Wach-Effekt“ gewesen zu sein. In der Folge wurden sowohl der TV Waldgirmes mit 2:0 (16, 21) als auch die hoch gehandelten Leverkusenerinnen (21, 21) klar bezwungen.
Als Gruppenzweiter ging es im Achtelfinale gegen den Gruppendritten RSV Borken. Dank präziser Aufschläge und guter Blockarbeit wurde der Gegner mit 2:0 (21, 16) geschlagen. Nun war das Team nur noch einen Sieg von einem Medaillengewinn entfernt.
Am zweiten Turniertag musste im Viertelfinale der Leistungsstützpunkt vom VC Wiesbaden überwunden werden. Dank einer erneut sehr guten Quote im Aufschlag sowie konsequenten Angriffen wurde abermals mit 2:0 (19, 19) gewonnen. Das Halbfinale gegen die spielstarken Hamburgerinnen konnte wiederum dank der guten Aufschläge mit 2:0 (22, 19) für sich entschieden werden – Finaleinzug. „Wenn uns das jemand vorher gesagt hätte, hätten wir das nicht geglaubt“, resümierte Pingel. „Das war eine echte Überraschung.“
In diesem stand der Bundesstützpunkt aus Schwerin gegenüber. „Im ersten Satz haben wir ziemlich am Limit gespielt, es hat alles geklappt.“ Beim 25:14 wurden die Mecklenburgerinnen förmlich an die Wand gespielt. „Leider haben wir in der Folge die Annahme nicht mehr halten können.“ Zudem hatte sich der SSC im Angriff umgestellt, die „Powertips“ waren schwer zu verteidigen, am Ende fehlte Schönebeck/Dessau auch etwas Kraft, sodass die Sätze zwei und drei verloren wurden. „Dennoch überwiegt der Stolz über die gezeigte Leistung.“
Vorbereitung der Kooperation
Ende April 2025 wurde das A-Finale U13w in Bitterfeld-Wolfen gespielt. Die Dessau Volleys erreichten den 1. Platz, Schönebeck wurde Zweiter. Es folgte ein erster Austausch hinsichtlich einer möglichen Kooperation in der Saison 2025/2026. Eine Woche später trat der ältere Jahrgang des SV Pädagogik Schönebeck bei der Deutschen Meisterschaft in Dachau an. „Das war ein tolles Erlebnis, das wir gern wiederholen wollten“, schätzte Trainerin Berit Nahrstedt damals ein.
Bei den East-Kids-Masters U13w des jüngeren Jahrgangs in Potsdam gab es einen gemeinsamen 3. Platz von Dessau und Schönebeck. Der Austausch wurde intensiviert bzw. der Entschluss gefasst, eine Kooperation umzusetzen – mit dem Ziel: Erneute Qualifikation zur Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft in Dachau in der Saison 2025/2026.
Titel bei Landesmeisterschaft und Nordostdeutscher Meisterschaft
Neben der regulären Landesmeisterschaft wurden viele überregionale Turniere bespielt. Beim ersten überregionalen Turnier, dem U14-Nordcup des Schweriner SC im November 2025, war zu sehen, dass der Weg noch recht weit ist. Die Spiele gegen Schweriner SC weiblich und SCC Berlin männlich wurden recht deutlich verloren. Dennoch stimmte der Abschluss mit dem Erfolg über den Marzahner VC weiblich versöhnlich.
Es folgten im Kalenderjahr 2025 noch die überregionalen Turniere Junior-Cup in Angermünde und Striezel-Cup in Dresden. Das gemeinsame Trainingslager in der Bundeswehrkaserne Burg im Januar 2026 stärkte neben der sportlichen Entwicklung insbesondere auch den Zusammenhalt. Danach wurde weiter an der Wettkampfhärte gefeilt und am Blumenstadt-Cup in Erfurt, U14-Cup des SC Potsdam und beim Rainer-Tscharke-Cup des Berliner TSC teilgenommen.
Im Landesfinale der U14w in Sachsen-Anhalt im März 2026 wurde neben dem Landesmeistertitel auch die erfolgreiche Qualifikation für die Nordostdeutsche Meisterschaft erreicht. Zur Vorbereitung auf die Nordostdeutsche Meisterschaft wurde neben gemeinsamen Trainingseinheiten auch wieder ein Trainingslager absolviert.
Bei der Nordostdeutschen Meisterschaft im April 2026 wurde die Vorrundengruppe mit souveränen 2:0-Erfolgen gegen Zepernick und den Berliner VV abgeschlossen. Im Halbfinale wartete der Marzahner VC. Die Anspannung und Nervosität waren förmlich greifbar. Das Spiel entschied schließlich über die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft. Am Ende setzte sich Dessau/Schönebeck ebenfalls mit 2:0 durch. Das große Saisonziel war erreicht. Im Finale gegen den SC Potsdam gelang ein weiterer 2:0-Erfolg. Somit wurde man sogar Nordostdeutscher Meister.

